Unsere Erfahrungen bei und nach der Gründung

Ein halbes Jahr bitperfect

Time to celebrate! Vor einem halben Jahr haben wir bitperfect gegründet und bisher viel Positives erlebt. Manches hat uns aber auch vor Herausforderungen gestellt, mit denen wir rückblickend zum Teil anders umgehen würden. Wir wollen daher unsere Erfahrungen bei und nach der Gründung teilen, die vielleicht für andere Gründer*innen hilfreich sein können.

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Häufig ist es dem Zufall überlassen, wem man im Leben begegnet. Die Entscheidung, mit wem man langfristig seine Zeit verbringt, ist aber zum Glück meist einem selbst überlassen. Unser gemeinsamer Entschluss für die Gründung von bitperfect war eine wichtige Entscheidung in unserem Leben, die wir auch nach einem halben Jahr noch genauso wieder treffen würden. Gerade mit einer Unternehmensgründung sind viele Herausforderungen verbunden, mit denen man häufig noch nicht zu tun hatte oder auch nicht gerechnet hatte, weshalb ein gut eingespieltes Team aus unserer Sicht eine wichtige Voraussetzung ist.

In diesem Artikel wollen wir einen kurzen Einblick geben, was wir in unserer ersten Zeit als Unternehmer erlebt haben und welche Erfahrungen wir jungen Gründer*innen rückblickend mitgeben würden.

Genug Zeit für die Vorbereitung einplanen

Besonders in der Zeit vor der Gründung sollte man aus unserer Sicht so viele Vorbereitungen wie möglich treffen. Wir haben etwa vier Monate vor der Gründung von bitperfect begonnen, uns Gedanken über einen Firmennamen zu machen, Designpartner*innen für Logo und Farbgebung zu suchen und die Website aufzusetzen. Diese Schritte sollten nicht unterschätzt werden, da es ein längerer Prozess sein kann, bis man zum optimalen Ergebnis kommt. Rückblickend würden wir in dieser Vorbereitungsphase aber auch noch einiges mehr vorantreiben. Beispielsweise gibt es gute Beratungsangebote und Workshops der Wirtschaftskammer, die bestimmt hilfreich wären, um alle bürokratischen Schritte zeitsparender und effizienter erledigen zu können. Dies könnte auch beim nächsten beschriebenen Punkt viel Zeit einsparen.

Behörden, Behörden, Behörden

Niemals sollte man beim Gründen die Behördenwege unterschätzen. Diese können nicht nur mehr Zeit in Anspruch nehmen als erwartet, sie sind auch gerade bei einem Team, das sich über größere Distanzen verteilt, eine logistische Herausforderung. In unserem Fall war deshalb zum Beispiel der Firmenbucheintrag eine mühselige Angelegenheit, bei der eine notariell beglaubigte Unterschrift aller Gesellschafter auf demselben Gesellschaftsvertrag erforderlich ist. In unserem Fall hieß das: Vertrag in Bregenz notariell unterzeichnen, per Post nach Wien schicken, in Wien notariell unterzeichnen, beim Handelsgericht einreichen, auf Antwort warten, Nachforderungen vorbereiten, beim Handelsgericht einreichen, auf Antwort warten, feiern.

Eine ähnliche Odyssee war die Beantragung unserer Umsatzsteuer-ID, die wir nach vielen Telefonaten und Terminen letztlich erst nach 2 Monaten erhielten. Gerade die USt-ID ist wichtig für fast alle finanziellen Angelegenheiten, weshalb eine derartige Verzögerung für viele Unternehmer*innen keine Kleinigkeit ist.

Klar, vieles funktioniert zum Glück auf Anhieb - unser Tipp ist aber dennoch, diesen bürokratischen Prozess nicht zu unterschätzen und ihn wenn möglich bereits vor dem produktiven Geschäftsbeginn zu erledigen.

Planung der Positionierung und des Marketing

Genauso wichtig ist aber auch die rechtzeitige Planung der Positionierung und des Marketings. Was will man anbieten - und für wen? Es lohnt sich aus unserer Sicht, sich von Beginn an mit seinen Leistungen nicht zu breit zu positionieren, sondern diese klar einzugrenzen und verständlich zu machen. Wichtig ist dafür, seine Zielgruppe von Anfang zu verstehen und die Leistungen nach den Bedürfnisse dieser Zielgruppe auszurichten. Beim Social Media Auftritt lohnt es sich rückblickend ebenfalls, bereits vor der Gründung eine Strategie zu finden: Einerseits welche Kanäle überhaupt sinnvoll für das Unternehmen sind und andererseits, welche Inhalte in welchem Ausmaß generiert werden sollen. Auch das kann mehr Zeit in Anspruch nehmen, als man zuerst denkt.

Fürs Team auch selbst mal zurückstecken können

Wenn man als Team gründet, wird man sich nicht immer in allen Dingen einig sein. Und auch wenn's mal zu Unstimmigkeiten kommt, ist es wichtig, immer wieder aufeinander zuzugehen und Kompromisse zu finden, mit denen am Ende alle so zufrieden wie möglich sind. Gerade das macht aus unserer Sicht ein gutes Team aus: Dass jede*r weiß, dass man alles offen sagen kann und eine Diskussionskultur entsteht, in der Offenheit am wichtigsten ist.

Routinen für das Team schaffen

Für uns hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, von Beginn an fixe gemeinsame Aktivitäten für das Team zu etablieren. In unserem Fall sind das zum Beispiel unsere sogenannten "Dailys", also kurze Videocalls am Morgen, die oft nur 3-5 Minuten dauern, aber eine wichtige Säule unserer Zusammenarbeit sind. Hier tauschen wir uns in aller Kürze aus, woran jeder von uns gerade arbeitet, vor welchen Problemen wir stehen oder welche Neuigkeiten es gibt. Auch wenn es nur ein paar Minuten sind, gibt es uns trotzdem Motivation und schafft gerade in Zeiten, in denen man sich kaum persönlich sieht, eine wichtige Verbindung untereinander im täglichen Arbeitsalltag. Neben diesen Dailys haben wir auch monatliche "Retros" etabliert, in denen wir besprechen, was gut gelaufen ist, aber auch, wo wir uns verbessern können. Diese Retros sind eine wichtige Plattform für uns, in der ganz offen alles gesagt werden kann, sei es im Hinblick auf Arbeitsthemen oder Persönliches. Keine Aussage ist hier “falsch”, alles kann angesprochen werden und ist willkommen. Daraus leiten wir viele wichtige Entscheidungen für eine noch bessere Zusammenarbeit ab.

Offenheit, Entscheidungen auch mal zu überdenken

Nichts ist in Stein gemeißelt. Sollte sich nach einer gewissen Zeit herausstellen, dass eine Entscheidung nicht zum geplanten Ergebnis führt, sollte die Unternehmenskultur eine offene Gesprächsbasis ermöglichen, auch grundlegende Entscheidungen nochmal diskutieren zu können. Hier helfen uns besonders die monatlichen “Retros”.

Ziele setzen

Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Klar setzt man sich damit auseinander, wo man hin will, daraus aber auch messbare langfristige und kurzfristige Ziele abzuleiten ist ein wichtiger Schritt, um als Unternehmen auch voranzukommen. In unserem Fall haben wir uns als langfristiges Ziel gesetzt, dass unsere Zielgruppe uns ganz klar als zuverlässigen Partner für maßgeschneiderte Web- und Softwarelösungen kennt und wahrnimmt. Es soll in den Köpfen der Menschen klar sein, dass wir nicht nur Projekte abarbeiten, sondern wirklich immer die optimale Lösung im Blick haben, die zur individuellen Anforderung unserer Kund*innen passt. Dafür haben wir Unternehmenswerte etabliert, die uns helfen, eine entsprechende Unternehmenskultur zu schaffen. Kurzfristig leiten wir daraus immer in unseren monatlichen Retros und Strategiegesprächen Ziele ab, um diesem Anspruch auch gerecht zu werden und diesen voranzutreiben.

Unser Fazit: In kleinen und größeren Schritten zum Ziel

Gründen ist für viele ein großer Sprung über den eigenen Schatten, weil man mit zahlreichen Dingen zum ersten Mal im Leben konfrontiert ist. Daher ist auch viel Zeit, Geduld und Mut gefragt. Aber die Gründung eines Unternehmens kann auch mit vielen Freuden verbunden sein - manchmal in kleinen, manchmal in größeren Schritten, in denen man seinen persönlichen Zielen näher kommt, sein eigenes Unternehmen wachsen sieht und selbst mit ihm mitwächst. Wir würden es auf jeden Fall wieder tun!